Photovoltaik und Wärmepumpe passen gut zusammen, im Sommer mehr als im Winter. Was die Kombination ehrlich leistet und wie Sie sie klug planen.

Ratgeber
Heizen mit der Sonne
Kurz erklärt
Das Wichtigste in Kürze
• Eine PV-Anlage ohne Speicher deckt laut Verbraucherzentrale Hamburg etwa 20 bis 30 Prozent des Strombedarfs für Haushalt und Wärmepumpe.
• Im Winter ist der Solaranteil am Heizstrom gering, weil Heizbedarf und Sonnenertrag gegenläufig verlaufen.
• Ein Energiemanager lenkt Überschüsse gezielt in Warmwasser und Pufferspeicher, ein Speicher verschiebt Strom in den Abend.
• Die KfW fördert den Heizungstausch seit dem 21. Juli 2026 mit 30 Prozent Grundförderung plus möglichen Boni.
• Die PV-Anlage selbst ist nicht Teil der Heizungsförderung, kann aber über einen KfW-Kredit finanziert werden.
Warum die Kombination passt
Eine Wärmepumpe gewinnt den größten Teil ihrer Heizwärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser. Strom braucht sie nur, um diese Wärme auf ein nutzbares Temperaturniveau zu heben. Wie effizient das gelingt, beschreibt die Jahresarbeitszahl, kurz JAZ. Sie gibt an, wie viele Kilowattstunden Wärme die Anlage im Jahresmittel aus einer Kilowattstunde Strom erzeugt.
In einem Feldtest des Fraunhofer ISE mit 77 Wärmepumpen in bestehenden Ein- bis Dreifamilienhäusern erreichten Luft-Wasser-Wärmepumpen im Mittel eine JAZ von 3,4, erdgekoppelte Anlagen von 4,3. Jede Kilowattstunde Solarstrom, die in die Wärmepumpe fließt, wird also zu mehreren Kilowattstunden Wärme.
Umgekehrt profitiert die PV-Anlage. Die Wärmepumpe ist ein großer Verbraucher im Haus, der einen Teil des Solarstroms aufnimmt, der sonst für wenige Cent ins Netz ginge. Das erhöht die Eigenverbrauchsquote, also den Anteil des selbst erzeugten Stroms, den Sie auch selbst nutzen.
Der Winter, ehrlich gerechnet
Hier liegt die Grenze der Kombination. Die Wärmepumpe braucht den meisten Strom von November bis Februar, die PV-Anlage liefert ihn vor allem von April bis September. Im Hochwinter deckt die Sonne nur einen kleinen Teil des Heizstroms.
Die Verbraucherzentrale Hamburg schätzt, dass eine PV-Anlage ohne Speicher im Einfamilienhaus etwa 20 bis 30 Prozent des jährlichen Strombedarfs für Haushalt und Wärmepumpe decken kann. Mit Batteriespeicher sind bis etwa 40 Prozent möglich. Ein Speicher verschiebt Solarstrom vom Tag in den Abend, aber nicht über Wochen. Eine vollständige Selbstversorgung ist deshalb nicht erreichbar.
Der größte Hebel im Winter liegt nicht auf dem Dach, sondern im Heizsystem. Nach Angaben der Verbraucherzentrale Hamburg steigt der Stromverbrauch mit jedem Grad Vorlauftemperatur um etwa 4 Prozent. Größere Heizflächen, eine sauber eingestellte Heizkurve und ein hydraulischer Abgleich, also die gleichmäßige Verteilung des Heizwassers auf alle Räume, sparen deshalb oft mehr als zusätzliche Module.

Der Heizstab, Helfer mit Grenzen
Viele Wärmepumpen haben einen eingebauten Heizstab. Er arbeitet wie ein Tauchsieder und macht aus einer Kilowattstunde Strom genau eine Kilowattstunde Wärme. Die Wärmepumpe schafft mit derselben Strommenge ein Mehrfaches.
Im Feldtest des Fraunhofer ISE lieferten die Heizstäbe bei Luft-Wasser-Wärmepumpen nur 1,3 Prozent der elektrischen Arbeit. In einer gut ausgelegten Anlage ist der Heizstab also eine Reserve für Ausnahmefälle, kein Dauerbetrieb.
Als Abnehmer für Solarüberschüsse ist er nur zweite Wahl. Besser ist es, die Wärmepumpe selbst bei Sonnenschein etwas höher zu fahren und Wärme im Warmwasser- oder Pufferspeicher zu parken. Erst wenn die Wärmepumpe ausgelastet und der Speicher voll ist, kann der Heizstab sinnvoll Überschüsse aufnehmen.
Energiemanager und SG Ready
Damit die Wärmepumpe den Solarstrom tatsächlich nutzt, braucht es eine Steuerung. Ein Energiemanager, auch HEMS genannt (Home Energy Management System), erkennt Überschüsse und verteilt sie nach festen Prioritäten.
• Zuerst der laufende Verbrauch im Haushalt
• Dann Wärmepumpe und Warmwasser
• Dann der Batteriespeicher
• Zuletzt Wallbox oder Einspeisung
Die Verbindung zur Wärmepumpe läuft häufig über SG Ready. Das ist eine standardisierte Schnittstelle, über die der Energiemanager der Wärmepumpe signalisiert, dass gerade günstiger Strom verfügbar ist. Die Wärmepumpe hebt dann ihre Solltemperaturen leicht an und speichert Wärme vor.
Wärmepumpen mit mehr als 4,2 Kilowatt, die seit 2024 in Betrieb gehen, gelten außerdem als steuerbare Verbrauchseinrichtungen gemäß § 14a EnWG. Der Netzbetreiber darf ihre Leistung bei drohender Netzüberlastung kurzzeitig drosseln, mindestens 4,2 Kilowatt bleiben aber erhalten. Dafür zahlen Sie ein reduziertes Netzentgelt. Mit Smart Meter und dynamischem Stromtarif lässt sich auch der Netzstrom im Winter in günstigere Stunden legen.

Förderung, Stand Oktober 2026
Die Wärmepumpe wird über die Heizungsförderung der KfW bezuschusst, Programm 458. Seit dem 21. Juli 2026 gelten neue Bedingungen.
• Grundförderung 30 Prozent der förderfähigen Kosten
• Klimageschwindigkeitsbonus 16 Prozent für selbst genutztes Wohneigentum beim Austausch bestimmter alter Heizungen, etwa einer Ölheizung
• Einkommensbonus 40, 30 oder 10 Prozent, abhängig vom zu versteuernden Haushaltseinkommen
• Höchstens 70 Prozent Förderung, in der untersten Einkommensstufe bis 80 Prozent
• Förderfähige Kosten bis 28.000 Euro für die erste Wohneinheit
Der Klimageschwindigkeitsbonus sinkt ab dem 1. Februar 2027 halbjährlich um 4 Prozentpunkte und entfällt für Anträge ab dem 1. August 2028. Auch der Höchstbetrag der förderfähigen Kosten sinkt ab Februar 2027 schrittweise. Für 2027 hat die KfW weitere Änderungen angekündigt. Prüfen Sie die Bedingungen deshalb vor dem Antrag auf der Seite der KfW.
Die Reihenfolge entscheidet
Der Antrag muss gestellt sein, bevor die Arbeiten beginnen. Den Vertrag mit dem Fachbetrieb schließen Sie vorher mit einer Bedingung, die ihn an die Förderzusage knüpft. Außerdem braucht es eine Bestätigung zum Antrag von einem Energieeffizienz-Experten oder einem registrierten Fachunternehmen.
Die PV-Anlage ist nicht Teil der Heizungsförderung. Für PV-Anlage und Batteriespeicher gibt es aber den KfW-Kredit Erneuerbare Energien Standard, Programm 270, sofern ein Teil des Stroms eingespeist wird.
Planung in der richtigen Reihenfolge
Am besten planen Sie beide Anlagen gemeinsam. Am Anfang steht die Heizlast des Gebäudes, also die Wärmeleistung, die an den kältesten Tagen gebraucht wird. Daraus folgen Größe der Wärmepumpe, notwendige Vorlauftemperatur und gegebenenfalls Anpassungen an den Heizflächen.
Erst dann wird die PV-Anlage dimensioniert. Mit Wärmepumpe steigt der Strombedarf des Hauses deutlich, deshalb lohnt es sich meist, die geeignete Dachfläche gut auszunutzen. Eine Ost-West-Belegung liefert morgens und abends mehr Strom und passt damit oft gut zu den Laufzeiten der Wärmepumpe. Unsere Ertrags- und Wirtschaftlichkeitssimulation zeigt Ihnen vorab, wie viel Solarstrom Ihre Wärmepumpe realistisch nutzt, Monat für Monat.
Partner in der PV Energy Group
Wir sind Spezialisten für Photovoltaik, Speicher und Ladetechnik. Für die Wärmepumpe arbeiten wir mit Meisterbetrieben aus unserer Handwerksgruppe, der PV Energy Group, zusammen. So stimmen sich PV-Anlage, Energiemanager und Wärmepumpe von Anfang an aufeinander ab, und Sie haben für beide Gewerke Ansprechpartner, die sich kennen.
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