Monteure installieren eine große Photovoltaikanlage auf dem Dach bei Sonnenaufgang.

Ratgeber

P⁠f⁠l⁠e⁠g⁠e mit A⁠u⁠g⁠e⁠n⁠m⁠a⁠ß

Kurz erklärt

Das W⁠i⁠c⁠h⁠t⁠i⁠g⁠s⁠t⁠e in Kürze

• Die Verbraucherzentrale empfiehlt, Sicherheit und Funktion spätestens alle fünf Jahre von einer Fachperson prüfen zu lassen.

• Für gewerblich genutzte Anlagen nennt die DGUV Vorschrift 3 für ortsfeste Anlagen einen Prüfrichtwert von vier Jahren.

• Ein Monitoring per App erkennt Ausfälle und schleichende Verluste früher als jeder Blick aufs Dach.

• Reinigung lohnt sich vor allem bei flachen Modulen, Vogelkot, Moos oder Staub aus Landwirtschaft und Verkehr.

• Melden Sie die Anlage schon vor der Montage Ihrer Gebäude- und Ihrer Haftpflichtversicherung.

Wenig Aufwand, aber nicht null

Solarmodule haben keine beweglichen Teile, sie verschleißen kaum. Das macht Photovoltaik zu einer der wartungsärmsten Techniken im Haus. Wartungsfrei ist eine Anlage trotzdem nicht. Sie arbeitet über Jahrzehnte im Freien, bei Hitze, Frost, Sturm und Salzluft, und sie führt Gleichstrom mit hoher Spannung.

Am stärksten beansprucht sind laut Verbraucherzentrale Wechselrichter und Batteriespeicher. Bei ihnen sind kürzere Lebensdauern möglich als bei den Modulen, deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf Garantie und zugesicherten Service.

Eine gesetzliche Wartungspflicht gibt es für private Anlagen nicht. Versicherer und Hersteller können in ihren Bedingungen aber regelmäßige Prüfungen verlangen. Lesen Sie diese Unterlagen einmal gründlich, dann wissen Sie, was für Ihre Anlage gilt.

P⁠r⁠ü⁠f⁠i⁠n⁠t⁠e⁠r⁠v⁠a⁠l⁠l⁠e im Ü⁠b⁠e⁠r⁠b⁠l⁠i⁠c⁠k

Die Verbraucherzentrale empfiehlt, die Anlage spätestens alle fünf Jahre von einer Fachperson auf Sicherheit und Funktion prüfen zu lassen. Darüber hinaus gibt es zwei Zeitpunkte, die Sie sich vormerken sollten.

• Vor Ablauf der Gewährleistung, die je nach Einbausituation zwei oder fünf Jahre beträgt

• Nach 20 Jahren, wenn die EEG-Vergütung endet und Sie über den Weiterbetrieb entscheiden

Für den umfassenden Check einer Anlage nach 20 Jahren nennt die Verbraucherzentrale Kosten von etwa 250 bis 300 Euro.

Gewerblich genutzte Anlagen

Für Anlagen auf Betriebsgebäuden gelten die Unfallverhütungsvorschriften der Berufsgenossenschaften. Die DGUV Vorschrift 3 sieht für ortsfeste elektrische Anlagen eine Prüfung durch eine Elektrofachkraft vor, als Richtwert alle vier Jahre. Je nach Betrieb und Gefährdung können kürzere Fristen gelten.

Was bei der Prüfung passiert

Häufig ist vom E-Check die Rede. Gemeint ist eine standardisierte elektrische Sicherheitsprüfung durch einen Elektrofachbetrieb, die mit einem Prüfprotokoll abschließt. Für PV-Anlagen orientiert sich die Prüfung an den einschlägigen VDE-Normen.

• Sichtprüfung der Module auf Glasbruch, Verfärbungen und Verschmutzung

• Kontrolle von Montagesystem, Befestigung und Dachdurchführungen

• Prüfung von Kabeln, Steckverbindern und Überspannungsschutz

• Messung von Isolationswiderstand und Strangwerten

• Auslesen des Fehlerspeichers von Wechselrichter und Speicher

• Abgleich der Erträge mit den erwarteten Werten

Das Protokoll dokumentiert den Zustand und ist im Schadensfall gegenüber Versicherung und Hersteller ein wertvoller Nachweis.

M⁠o⁠n⁠i⁠t⁠o⁠r⁠i⁠n⁠g als F⁠r⁠ü⁠h⁠w⁠a⁠r⁠n⁠s⁠y⁠s⁠t⁠e⁠m

Die wichtigste Kontrolle findet heute nicht auf dem Dach statt, sondern in der App. Ein Monitoring zeigt Ihnen in Echtzeit, was Ihre Anlage erzeugt, was Sie verbrauchen und wie voll der Speicher ist. Fällt ein Wechselrichter aus oder meldet er einen Fehler, sehen Sie das sofort und nicht erst bei der Jahresabrechnung.

Schleichende Verluste erkennen Sie am Vergleich. Liegt der Ertrag bei ähnlichem Wetter deutlich unter dem Vorjahr, kann das auf Verschmutzung, Verschattung durch gewachsene Bäume oder einen defekten Strang hinweisen. Ein kurzer Blick einmal im Monat reicht meist, um solche Entwicklungen rechtzeitig zu bemerken.

Bei unseren Anlagen haben Sie Live-Monitoring per App. Zusätzlich überwachen wir die Anlagen aus der Ferne, damit Auffälligkeiten nicht unbemerkt bleiben.

Paar zu Hause mit Tablet, Energie im Alltag im Blick

Wann R⁠e⁠i⁠n⁠i⁠g⁠u⁠n⁠g sinnvoll ist

Auf geneigten Dächern übernimmt der Regen den größten Teil der Reinigung, er spült losen Staub und Pollen ab. Nach Einschätzung der Verbraucherzentrale kann eine professionelle Reinigung nach etwa zehn Jahren sinnvoll sein.

Früher kann es nötig werden, wenn sich Schmutz festsetzt, den Regen nicht löst. Typische Fälle sind Vogelkot, Laub, Moos und Flechten am unteren Modulrand oder Staub aus Landwirtschaft und dichtem Verkehr. Flach montierte Module auf Flachdächern verschmutzen stärker, weil das Wasser langsamer abläuft.

Richtig reinigen

• Nur weiche Bürsten und klares, möglichst kalkarmes Wasser verwenden

• Keine Hochdruckreiniger und keine scharfen Reinigungsmittel

• Nicht selbst aufs Dach steigen, Absturzgefahr ist real

• Herstellervorgaben beachten, damit die Garantie erhalten bleibt

Ob sich eine Reinigung rechnet, zeigt der Ertragsvergleich im Monitoring. Kostet der Schmutz spürbar Ertrag, ist sie sinnvoll. Ist kein Unterschied erkennbar, sparen Sie sich das Geld.

Reinigung von Solarmodulen

V⁠e⁠r⁠s⁠i⁠c⁠h⁠e⁠r⁠u⁠n⁠g richtig regeln

Eine Pflicht, die PV-Anlage zu versichern, gibt es nicht. Die Verbraucherzentrale hält eine Absicherung trotzdem für empfehlenswert, weil einzelne Schäden teuer werden können. Oft lässt sich die Anlage gegen einen kleinen Aufpreis in die Wohngebäudeversicherung aufnehmen. Daneben gibt es eigene Photovoltaikversicherungen, die zum Beispiel auch Diebstahl, Vandalismus oder Ertragsausfall abdecken.

Melden Sie die geplante Installation Ihrem Versicherer schon vor Beginn der Arbeiten. Manche Gesellschaften werten die Anlage als anzeigepflichtige Gefahrerhöhung. Prüfen Sie außerdem, ob Ihre Haftpflichtversicherung Schäden abdeckt, die durch die Anlage bei Dritten entstehen, etwa durch ein bei Sturm gelöstes Modul.

Wartung über PV Energy Care

Für die Wartung unserer Anlagen ist die PV Energy Care GmbH zuständig, unsere Schwesterfirma in der PV Energy Group. Zusammen mit der App für Sie und unserer Fernüberwachung sorgt das dafür, dass Auffälligkeiten früh erkannt werden und Fachleute sich darum kümmern. Sprechen Sie uns an, wenn Sie wissen möchten, welcher Prüfumfang für Ihre Anlage sinnvoll ist.

FAQ

Häufige Fragen

Gesetzlich nicht. Versicherer und Hersteller können regelmäßige Prüfungen aber zur Bedingung machen. Die Verbraucherzentrale empfiehlt eine fachliche Prüfung spätestens alle fünf Jahre.

Photovoltaikanlage mit schwarzen Solarmodulen auf dem Ziegeldach eines Einfamilienhauses.

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