Wie viel Leistung auf Ihr Dach gehört, hängt von Verbrauch, Fläche und Zukunftsplänen ab. So finden Sie das passende Maß.

Ratgeber
Die richtige Größe
Kurz erklärt
Das Wichtigste in Kürze
• Ausgangspunkt ist Ihr Jahresverbrauch, ergänzt um geplante Wärmepumpe oder Elektroauto.
• Je kWp brauchen Sie laut Verbraucherzentrale etwa 5 bis 7 Quadratmeter Dachfläche.
• In Hamburg liefert ein kWp je nach Dach rund 900 bis 1.000 kWh Strom im Jahr.
• Ost-West-Dächer erzeugen etwas weniger, verteilen den Strom aber besser über den Tag.
• Größere Anlagen sind je kWp meist günstiger, Grenzen wie 30 kWp sollten Sie kennen.
Erst der Verbrauch
Die Leistung einer Solaranlage wird in kWp angegeben. Ein Kilowatt peak ist die Spitzenleistung der Module unter genormten Testbedingungen. Wie viel davon auf Ihr Dach gehört, beginnt mit einer einfachen Frage. Wie viel Strom verbrauchen Sie heute, und wie viel werden Sie in zehn Jahren brauchen?
Den aktuellen Jahresverbrauch finden Sie auf Ihrer Stromrechnung. Wichtiger als die Zahl allein ist das Verbrauchsmuster. Ein Haushalt, der tagsüber zu Hause ist, nutzt mehr Solarstrom direkt als einer, der vor allem abends Strom braucht. Genau diesen Unterschied bildet unsere Simulation ab.
Achten Sie auch auf die Grundlast, also den Strom, den Kühlschrank, Heizungspumpe, Router und Geräte im Standby rund um die Uhr ziehen. Sie läuft auch mittags und wird deshalb direkt vom Dach gedeckt. Große Einzelverbraucher wie Waschmaschine, Spülmaschine oder Trockner lassen sich in die Sonnenstunden verschieben, von Hand oder automatisch über einen Energiemanager, kurz HEMS.
Dachfläche und Leistung
Die Verbraucherzentrale rechnet mit etwa 5 bis 7 Quadratmetern Dachfläche je kWp. Moderne Module sind effizienter geworden. Fraunhofer ISE nennt für neue Module einen mittleren Wirkungsgrad von knapp 23 Prozent, das entspricht rund 230 Watt Nennleistung je Quadratmeter Modulfläche. Wie wenig Fläche schon viel bewirkt, zeigt eine Beispielrechnung des Instituts. Auf einer nach Süden ausgerichteten, mäßig geneigten Dachfläche genügen rund 18 Quadratmeter mit zehn Modulen zu je 400 Watt, um rechnerisch den durchschnittlichen Jahresverbrauch eines Zweipersonenhaushalts von 3.500 kWh zu erzeugen.
Nicht jeder Quadratmeter Dach lässt sich belegen. Abstände zu First, Traufe und Ortgang, Dachfenster, Gauben, Schornsteine und Verschattung durch Bäume oder Nachbargebäude verkleinern die nutzbare Fläche. Bei einem Vor-Ort-Termin oder anhand von Luftbildern ermitteln wir, wie viele Module tatsächlich Platz finden.

Ertrag im Norden
Wie viel Strom ein kWp erzeugt, nennt man spezifischen Ertrag. Für Hamburg liegen die Angaben je nach Quelle und Annahmen bei rund 900 bis 1.000 kWh je kWp und Jahr. Die Verbraucherzentrale verwendet in ihren Beispielen 900 kWh je kWp, ein vorsichtiger Wert für die Planung.
Ausrichtung und Neigung spielen mit. Optimal ist laut Verbraucherzentrale ein Süddach mit etwa 30 Grad Neigung. Neigungen unter 25 oder über 60 Grad können den Ertrag um bis zu 10 Prozent senken. Im Winter liefert jede Anlage nur einen kleinen Teil ihres Jahresertrags, im Sommer entsprechend mehr.
Das Ost-West-Dach
Ost-West-Dächer erzeugen in Summe etwas weniger Strom als ein Süddach gleicher Größe. Dafür verteilen sie die Erzeugung über den Tag. Die Ostseite liefert am Morgen, die Westseite am späten Nachmittag, also genau dann, wenn viele Haushalte Strom brauchen. Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass sich so mehr Strom selbst nutzen lässt.
Ein weiterer Vorteil betrifft die Einspeisebegrenzung. Neue Anlagen ohne Smart Meter dürfen derzeit höchstens 60 Prozent ihrer Modulleistung einspeisen. Nach Berechnungen der HTW Berlin kostet das bei Ost-West-Anlagen ohne Speicher nur rund 1,1 Prozent des Ertrags, bei Südanlagen bis zu 9 Prozent. Ost-West-Dächer lassen sich daher oft vollständig belegen.
Zukunft mitdenken
Wer in den nächsten Jahren ein Elektroauto oder eine Wärmepumpe plant, sollte das heute einrechnen. Eine spätere Erweiterung ist möglich, aber meist teurer als eine einmal richtig dimensionierte Anlage.
• Ein Elektroauto braucht laut ADAC-Ecotest etwa 15 bis 30 kWh je 100 Kilometer
• Bei 15.000 Kilometern im Jahr sind das grob 2.300 bis 4.500 kWh zusätzlich
• Eine Wärmepumpe braucht Strom in Höhe des Wärmebedarfs geteilt durch ihre Jahresarbeitszahl
• Bei 12.000 kWh Wärmebedarf und einer Jahresarbeitszahl von 3,5 sind das rund 3.400 kWh
Die Jahresarbeitszahl gibt an, wie viele Kilowattstunden Wärme die Wärmepumpe aus einer Kilowattstunde Strom macht. Beachten Sie, dass die Wärmepumpe vor allem im Winter läuft, wenn die Sonne wenig liefert. Das Elektroauto lässt sich dagegen gut in die Mittagsstunden legen.

Dach voll belegen
Größere Anlagen sind je kWp meist günstiger, weil sich Fixkosten auf mehr Leistung verteilen. Gleichzeitig sinkt mit wachsender Größe die Eigenverbrauchsquote, also der Anteil des Solarstroms, den Sie selbst nutzen. Der Rest wird eingespeist und bringt deutlich weniger. Ein Speicher, ein Elektroauto oder eine Wärmepumpe können diesen Effekt teilweise ausgleichen, weil sie mehr Solarstrom im Haus halten.
Einige Schwellen lohnt es zu kennen. Bis 30 kWp je Wohneinheit sind die Erträge gemäß § 3 Nummer 72 Einkommensteuergesetz steuerfrei. Die Einspeisevergütung sinkt für Leistungsanteile über 10 kWp. In Hamburg verlangt die Solarpflicht bei Neubau und wesentlicher Dachsanierung eine Belegung von mindestens 30 Prozent der Dachfläche.
Offen ist, wie die geplante EEG-Reform die Rechnung für neue Anlagen ab 2027 verändert. Der Regierungsentwurf sieht unter anderem eine dauerhafte Begrenzung der Einspeiseleistung vor, der Bundesrat hat Änderungen gefordert. Umso wichtiger ist eine Auslegung, die vor allem auf Ihren Eigenverbrauch zielt.
Ihre Auslegung bei uns
Wir legen die Anlagengröße mit einer Ertrags- und Wirtschaftlichkeitssimulation fest. Darin stecken Ihr Dach, Ihr Verbrauchsprofil und Ihre Pläne für Elektroauto oder Wärmepumpe. Sie erhalten einen schriftlichen Bericht, der zeigt, welche Größe sich für Sie rechnet und warum.
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Wir simulieren verschiedene Anlagengrößen für Ihr Dach und Ihren Verbrauch. Der schriftliche Bericht zeigt Ihnen, welche Variante sich rechnet.




