Hausmodell mit Münzstapeln, Kosten einer Solaranlage

Ratgeber

Was S⁠o⁠l⁠a⁠r⁠s⁠t⁠r⁠o⁠m k⁠o⁠s⁠t⁠e⁠t

Kurz erklärt

Das W⁠i⁠c⁠h⁠t⁠i⁠g⁠s⁠t⁠e in Kürze

• Übliche Preise liegen bei etwa 1.000 bis 2.000 Euro je kWp, kleine Anlagen kosten je kWp mehr als große.

• Ein Stromspeicher kostet inklusive Installation etwa 300 bis 700 Euro je Kilowattstunde Kapazität.

• Anlage und Speicher am Wohnhaus bis 30 kWp kaufen Sie mit 0 % Umsatzsteuer, die Wallbox ist davon ausgenommen.

• Für Versicherung, Wartung und Messstelle sollten Sie jährlich etwa 1 bis 2 % des Anlagenpreises einplanen.

• Entscheidend ist, was eine Kilowattstunde über die Laufzeit kostet, nicht der niedrigste Angebotspreis.

Preise je kWp nach Größe

Photovoltaikanlagen werden in kWp angegeben. Ein Kilowatt peak beschreibt die Spitzenleistung der Module unter genormten Testbedingungen und ist die übliche Vergleichsgröße für Angebote. Laut Finanztip liegen marktübliche Preise derzeit bei etwa 1.000 bis 2.000 Euro je kWp für die reine Anlage. Als Obergrenze für ein faires Angebot ohne Speicher nennt Finanztip rund 1.600 Euro je kWp.

Die Spanne ist so breit, weil viele Kosten unabhängig von der Anlagengröße anfallen. Gerüst, Planung, Netzanmeldung und Arbeiten am Zählerschrank kosten bei 6 kWp fast genauso viel wie bei 15 kWp. Die Verbraucherzentrale weist deshalb darauf hin, dass die Preise je kWp mit wachsender Anlagengröße tendenziell sinken.

Für ein typisches Einfamilienhaus mit Speicher nennt Finanztip Gesamtkosten von etwa 14.000 bis 20.000 Euro. Ein Beispiel aus derselben Quelle ist eine 10-kWp-Anlage mit 10 kWh Speicher für rund 20.000 Euro. Solche Werte geben Orientierung, ersetzen aber keinen Blick auf Ihr Dach.

Was im Preis steckt

Die Module selbst machen nur noch einen kleinen Teil der Rechnung aus. Laut Fraunhofer ISE entfällt auf sie etwa ein Fünftel der Investitionskosten, bei kleinen Dachanlagen sogar weniger. Der größere Teil steckt in Technik, Montage und Elektroarbeiten.

• Module und Unterkonstruktion samt Dachhaken und Schienen

• Wechselrichter, der den Gleichstrom der Module in haushaltsüblichen Wechselstrom umwandelt

• Gerüst, Montage und Verkabelung durch Fachkräfte

• Arbeiten am Zählerschrank nach den aktuellen technischen Regeln

• Netzanmeldung, Inbetriebnahme und Dokumentation

• Monitoring, also die laufende Überwachung der Erträge per App

Vergleichen Sie Angebote deshalb Position für Position. Ein günstiger Gesamtpreis verliert schnell an Wert, wenn Gerüst oder Zählerschrank erst später als Nachtrag auftauchen.

Monteure installieren Solarmodule auf einem Flachdach für eine neue Photovoltaikanlage

Speicher und Wallbox

Ein Stromspeicher hebt den Anteil des Solarstroms, den Sie selbst nutzen. Die Verbraucherzentrale beziffert die Preise für Speicher ab 5 kWh Kapazität auf etwa 300 bis 700 Euro je Kilowattstunde, inklusive Installation und mit fallender Tendenz. Kleinere Speicher kosten je kWh mehr, im Paket mit einer neuen Anlage wird es meist etwas günstiger. Eine Notstromfunktion verteuert das System. Finanztip setzt als Obergrenze rund 600 Euro je kWh Speicherkapazität an.

Bei der Wallbox, der festen Ladestation für das Elektroauto, hängt der Preis stark vom Kabelweg und vom Zustand des Zählerschranks ab. Eine Preisabfrage des ADAC ergab für die fachgerechte Montage eine Spanne von rund 1.000 bis 5.200 Euro. Anders als Module und Speicher wird die Wallbox mit regulärer Umsatzsteuer berechnet.

Null Prozent U⁠m⁠s⁠a⁠t⁠z⁠s⁠t⁠e⁠u⁠e⁠r

Seit dem 1. Januar 2023 gilt für Photovoltaik am Wohnhaus ein Steuersatz von null Prozent. Gemäß § 12 Absatz 3 Umsatzsteuergesetz umfasst das die Lieferung der Module, der wesentlichen Komponenten und des Speichers sowie die Installation. Voraussetzung ist, dass die Anlage auf oder in der Nähe von Wohngebäuden betrieben wird. Bei einer Bruttoleistung laut Marktstammdatenregister von höchstens 30 kWp gilt diese Voraussetzung als erfüllt.

Für Sie bedeutet das, dass Netto- und Endpreis bei Anlage und Speicher identisch sind. Prüfen Sie im Angebot trotzdem, ob einzelne Positionen wie die Wallbox korrekt mit 19 Prozent ausgewiesen sind. Mehr dazu lesen Sie in unserem Ratgeber zu Steuern bei Photovoltaik.

Laufende Kosten

Eine Photovoltaikanlage verursacht im Betrieb wenig Aufwand, aber nicht null. Fraunhofer ISE beziffert die jährlichen Betriebskosten auf etwa 1 bis 2 Prozent der Investition. Darin stecken Versicherung, Wartung, gelegentliche Reparaturen und Rücklagen für einen späteren Wechselrichtertausch, den Finanztip nach etwa 15 Jahren einplant.

Hinzu kommen die Kosten für den Messstellenbetrieb. Bei Anlagen über 7 kWp sieht das Gesetz den Einbau eines Smart Meters vor, also ein digitaler Zähler mit Kommunikationsmodul, der Verbrauch und Einspeisung viertelstündlich erfasst und übermittelt. Die jährlichen Entgelte dafür sind gesetzlich gedeckelt.

Unter dem Strich bleibt Solarstrom günstig. Fraunhofer ISE nennt für kleine Dachanlagen Stromgestehungskosten, also Kosten je erzeugter Kilowattstunde über die Lebensdauer, von etwa 6 bis 14 Cent. Netzstrom kostete Haushalte laut BDEW 2026 im Schnitt rund 37 Cent je Kilowattstunde.

Warum billig teuer wird

Die günstigste Zahl auf dem Angebot ist selten die günstigste Anlage. Teuer wird es meist an Stellen, die beim Preisvergleich nicht auffallen.

• Die Anlage wurde ohne Simulation geplant und ist zu groß oder zu klein für Ihren Verbrauch

• Gerüst, Zählerschrank oder Netzanmeldung fehlen und kommen als Nachtrag

• Wechselnde Subunternehmer montieren, niemand fühlt sich später zuständig

• Schwache Komponenten mindern über 20 Jahre Ertrag und Lebensdauer

• Monitoring und Service fehlen, Störungen bleiben monatelang unbemerkt

Ein realistischer Maßstab ist der Preis je erzeugter Kilowattstunde über die Laufzeit. Er bezieht Ertrag, Eigenverbrauch und Betriebskosten ein und zeigt, ob ein Angebot wirklich günstig ist.

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Kosten im Licht der Reform

Bei jeder Kostenrechnung lohnt ein Blick auf die Erlösseite. Die Bundesregierung hat im Juli 2026 eine Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes beschlossen, die derzeit im Bundestag beraten wird. Nach dem Entwurf soll die feste Einspeisevergütung für neue Anlagen ab 2027 entfallen und durch eine befristete Übergangszahlung ersetzt werden. Anlagen, die bis Ende 2026 in Betrieb gehen, sollen die bisherigen Bedingungen behalten.

Wie das Gesetz am Ende aussieht, ist Mitte Oktober 2026 offen. Sicher ist, dass selbst genutzter Solarstrom den größten Teil der Ersparnis bringt. Eine gute Auslegung auf Ihren Verbrauch wird damit wichtiger als jeder Rabatt.

Ihr Angebot von uns

Als Meisterbetrieb aus Hamburg planen und montieren wir ausschließlich mit eigenen Fachkräften. Vor jedem Angebot simulieren wir Ertrag und Wirtschaftlichkeit Ihrer Anlage und geben Ihnen das Ergebnis als schriftlichen Bericht zu Ihrem Einsparpotenzial. Unser Angebot listet alle Positionen offen auf, vom Gerüst bis zur Inbetriebnahme. Über den Online-Konfigurator auf unserer Beratungsseite können Sie den ersten Schritt in wenigen Minuten gehen.

FAQ

Häufige Fragen

Bei marktüblichen 1.000 bis 2.000 Euro je kWp liegt eine 10-kWp-Anlage ohne Speicher grob zwischen 10.000 und 20.000 Euro. Mit Speicher nennt Finanztip für Einfamilienhäuser typische Gesamtkosten von etwa 14.000 bis 20.000 Euro. Wo Ihr Projekt liegt, hängt von Dach, Zählerschrank und Speichergröße ab.

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